Diagnosefinder

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Die Inhalte dieses Diagnosefinders in der Version 1.1 wurden von Daniel Freitag erstellt. Sie dienen ausschließlich dem privaten Zweck und dürfen nur von Piloten der ICARO eingesetzt werden. Verbreitung / Vermarktung oder illegales Weiterkopieren ist ausdrücklich verboten. Sie dient lediglich dem besseren Verständnis über Notfallbilder und Maßnahmen und soll die virtuelle Welt der ICARO noch realer gestalten.

Ihr findet nicht nur Abkürzungen und Krankheitsbilder, sondern auch Maßnahmen, die Ihr dann übernehmen könnt. So soll das ewige "intubiert und beatmet") bei jeder Kleinigkeit vermieden werden. Außerdem hat Daniel Freitag versucht, zu einigen Erkrankungen oder Verletzungen Links zu finden, die an entsprechenden Stellen ausgestattet wurden, um weitere Informationen für Wissenshungrige bereitzustellen. Nehmt euch also am Einsatzort Zeit und sucht die Verletzung bzw. Erkrankung heraus und führt "reelle" Maßnahmen durch.

Contents

Bewußtseinseinstufung nach GCS

Der Bewusstseinsgrad wird heute mit Hilfe der Glasgow Coma Scale ermittelt. Diese Tabelle dient der besseren Verständigung an Einsatzstellen, bei Lagemeldungen oder Übergaben zwischen Fachpersonal (z.B. RettAss zum Arzt im Krankenhaus).

Als kleines Beispiel: „Der Patient war erst wach, dann trübte er ein und jetzt ist er bewusstlos“. Besser klingt: „Der Patient war erst GCS 15, dann 10 und jetzt 3“. Und schon weiß jeder, was damit gemeint ist und es geht um einiges schneller…

Image:GCS.PNG

  • GCS 15: Pat. bei vollem Bewusstsein
  • GCS 10: Pat. ist eingetrübt
  • GCS 8: Pat. stark eingetrübt, für Notarzt oft Intubationserfordernis
  • GCS 3: Pat. ist tief bewusstlos

Chirurgische Notfälle

  • Oberschenkelhalsfraktur
 Bruch des Oberschenkelhalses
 tritt meist bei älteren Patienten nach Sturz auf
 (Analgesie, also Schmerzbekämpfung erforderlich)
  • Tibia-Fraktur
 Bruch des Schienbeins
 (Analgesie, Extension und Schienung [Schienung des Beines mit einer Luftkammerschiene o.ä.]
 erforderlich)
 Verschiebung der Kniescheibe durch äußere Gewalteinwirkungen
 (Analgesie, Extension und Schienung erforderlich)
  • Radius-Fraktur
 Bruch des Unterarmknochens
 (Analgesie und Schienung erforderlich)
  • Rippenserien-Fraktur
 Brüche von mehreren Rippen
 Hier liegt die besondere Gefahr bei einem Durchstoß der Lunge mit der Entwicklung eines
 lebensbedrohlichen Spannungspneumothorax
  • Beckenfraktur
 Bruch des Beckenknochens
 
 Zusammenfall der Lunge mit Luftansammlung im sogenannten Pleuraraum, durch spitze Gewalt-
 einwirkung (z.B. Stich- und Schussverletzungen)
 LEBENSGEFAHR !! - Anlage einer Thoraxdrainage / Intubation und Beatmung
  • Wirbelsäulentrauma
 Verletzungen an der Wirbelsäule
  • Polytrauma
 Mehrere Verletzungen, wobei eine oder die Kombination mehrerer Verletzungen lebensgefährlich
 ist

Neurochirurgische Notfälle

  • SHT 1.-3. Grades
 Schädelhirntrauma (Unterschied zwischen offen und geschlossen - meist erst ab 3. Grad)
 Intracranielle/intracerebrale Blutung (Einblutung innerhalb des Hirngewebes)
 Subarachnoidalblutung (Einblutung innerhalb des Subarachnoidalraumes)

Internistische Notfälle

 Wasseransammlung im Lungengewebe
 (Lebengefahr kann entstehen - ggf. Intubation und Beatmung
 Verschluss einer Lungenarterie
 (Lebensgefahr!!! - ggf. Intubation und Beatmung
  • Asthma-Anfall
 Stärkste Atemnot, kann meist mit einem Medikament (z.B. Fenoterol®) in den
 Griff bekommen werden, manchmal jedoch Status Asthmaticus
 (bei Status Asthmaticus ggf. Intubation und Beatmung)
  • AP - Angina Pectoris-Anfall
 Verschluss einer Herzkranzarterie mit Sauerstoffmangel am Herzen, führt nicht wie beim
 Herzinfarkt zum Absterben von Herzzellen
  • Herzinfarkt / Myokardinfarkt
 Verschluss einer Herzkranzarterie mit Sauerstoffmangel am Herzen, führt zum Absterben
 von Herzzellen
 (meist hilft ein Herzkatheter, der in speziellen Herzkatheterlaboren gelegt wird)
  • Einige weitere Begriffe
 * Tachykardie - Herzfrequenz über 120/Min.
 * Bradykardie - Herzfrequenz unter 120/Min.
 * Arrythmia absoluta - akute Herzrhythmusstörungen
 * Asystolie - Herzstillstand (Reanimation!!)
 * Kammerflimmern - Herzstillstand (Reanimation / Defibrillation!!)
 * NAP oder auch PNA - Nicht ansprechbare Person / Person nicht ansprechbar
 * RR - Blutdruck
 * Hypertonie - Hoher Blutdruck über 140 mmHg
 * Hypertensive Krise - Blutdruckwerte über systolisch 200 mmHg/ diastolisch 110 mmHg
 * Hypotonie - Niedriger Blutdruck unter 100 mmHg
 * Hypoglykämie / Hypoglykämischer Schock - Unterzuckerung / Werte meist unter 30 mg/dl
 * Hyperglykämie - Überzuckerung / Werte meist über 150 mg/dl
 * Ileus - Darmverschluss / kann akut werden, wenn Kot-Erbrechen
 * Pankreatitis - Bauchspeicheldrüsenentzündung / Meist akute Krämpfe mit Übelkeit und
   Erbrechen, oftmals mit Schockzuständen = lebensbedrohliche Erkrankung
 * Koliken - Krampfartige Schmerzen, z.B. durch Nieren- oder Gallensteine

Neurologische Notfälle

  • Apoplex
 Schlaganfall - Kann durch einen Verschluss einer Hirnarterie auftreten oder durch Einblutung.
 Typische Symptome sind Halbseitenlähmung und verwaschene Sprache
 - Untergruppen sind die sog. TIA und PRIND (Lebensgefahr nicht auszuschließen)
  • Krampfanfall
 Viele Ursachen, z.B. Unterzuckerung, Sauerstoffunterversorgung im Gehirn durch Atemstillstand,
 Alkoholmißbrauch (oder bei Alkoholikern auch durch zu niedrigem "Alkoholpegel"), Schlafentzug,
 Epilepsie, Medikamentenmißbrauch, Gewalteinwirkung auf den Schädel, Schwangerschaft (EPH-Gestose), 
 Schlaganfall, kardiale Störungen
 Meistens haben die Patienten bereits ausgekrampft. Sollte der Krampf weiter bestehen,
 kann man diesen mit Diazepam® durchbrechen. Die schlimmste Form ist der Status epilepticus,
 hier ist oftmals eine Narkose mit Intubation und Beatmung erforderlich.